Keine Zukunft ohne Social Media Präsenz: Content-Marketing für den Mittelstand


Prof. Dr. Heike Simmet

Die Präsenz im Internet wird auch für mittelständische Unternehmen immer mehr zu einer strategisch relevanten Waffe im Wettbewerb. Die Nutzung der Potenziale von Suchmaschinen zur Steigerung der Aufmerksamkeitswirkung ist unerlässlich. Nur wer im Netz durch konsequente Suchmaschinen-Optimierung  und Suchwortvermarktung  auf den vordersten Plätzen auf Google vertreten ist, hat heute eine Chance, von den sogenannten Digital Natives, d.h. von der Generation der nach 1980 Geborenen, überhaupt wahrgenommen zu werden. Das klassische Suchmaschinen-Marketing reicht aber für die Ansprache junger Zielgruppen nicht mehr aus.

Die ständig neuen Algorithmen von Google, die ansteigende Bedeutung von qualitativ hochwertigen und stets aktuellen Inhalten sowie die wachsende Bedeutung der Bewegtbild-Kommunikation für das Ranking auf Google führen zu einer immer höheren Relevanz eines systematisch betriebenen Content Marketings. Hinzu kommen die jetzt neu angekündigten Entwicklungen zur Semantischen Suche auf Google (Czerniawska 2011) Hierdurch wird die Bedeutung eines systematisch betriebenen  Content-Marketings nochmals unterstrichen.

Die von Prof. Dr. Heike Simmet an der Hochschule Bremerhaven durchgeführte „Studie Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen“ mit über 500 teilnehmenden Unternehmen unterschiedlicher Branchen und verschiedener Größen ergab folgendes Ergebnis:

Die Mehrheit der befragten Unternehmen (41,9%) aktualisiert die Beiträge auf den Plattformen mehrmals pro Woche. Bei 20,7% erfolgt dies sogar täglich. Bei 15,9% der befragten KMU´s werden die Plattformen zumindest alle zwei Wochen aktualisiert.

Prof. Dr. Heike Simmet: Studie "Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen" Doch wie kommen kleine und mittelständische Unternehmen zu ständig aktuellem, interessanten und hochwertigen Content? Das Tagesgeschäft und die limitierten zeitlichen Ressourcen lassen es oftmals nicht zu, sich in adäquater Form mit der Beschaffung, Aufbereitung und Kommunikation von hochwertigem Content zu beschäftigen. Zudem sind auch die personellen Ressourcen für das Content-Marketing beschränkt. Nur knapp die Hälfte der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Bremerhavener Studie hat Mitarbeiter mit diesen Aufgaben beauftragt.

Prof. Dr. Heike Simmet: Studie "Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen"

Diese Mitarbeiter haben überwiegend weniger als 30 Minuten (35,5%) bzw. 30 Minuten bis zu zwei Stunden (39%) täglich für die Arbeiten im Content Marketing zur Verfügung.

Prof. Dr. Heike Simmet: Studie "Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen"

Dies ist nur sehr wenig Zeit, um qualitativ hochwertigen Content zu beschaffen, aufzubereiten und zu kommunizieren. Hier bieten sich als Lösung Netzwerke für das Content-Marketing an. Diese neuen Formen des Kooperationsmanagements werden beispielsweise in der Logistik oder auch im Handwerk bereits erfolgreich praktiziert.

Social Media als Instrument des Content-Marketings wird für Unternehmen im Mittelstand unerlässlich. Wer auf Facebook, Youtube und Twitter nicht mit interessanten Beiträgen zu finden ist, hat bei der jüngeren Generation in Zukunft keine Chancen mehr.

Über Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Hochschule Bremerhaven https://plus.google.com/+HeikeSimmet
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10 Antworten zu Keine Zukunft ohne Social Media Präsenz: Content-Marketing für den Mittelstand

  1. Kasriel Geese schreibt:

    Ich bin sehr Entsetz wie Unkritisch und Unreflektiert hier über das Internet als Chance geschrieben wird. Die Dummheit des Zeitgeistes ist darin wunderbar zu erfahren. Eine künstliche Kontaktwelt ersetzt immer mehr die Reale Welt. Kleine Unternehmen verabschieden sich immer mehr von dem Direkten vorort sein, direkter Kundenkontakt. Man spürt das oftmals in dem Umgang mit Kunden. Viele haben kein Interesse mehr den Direkten Kunden zu halten und mit ihm gemeinsam ein Geben Prinzip aufzubauen. Das führt bereits zu mehr Prozessen gegen Firmen und mehr unzufriedenheit bei Kunden. Der Internet Prozess zeigt Deutlich das die wirkliche Zwischenmenschliche Soziale Komponente immer weniger Bedeutung hat und es dadurch auf der anderen Seite zu immer mehr psychischen Problemen führt. Zudem fehlt die unübersichtlichkeit im Internet komplett. Dort das Passende zu finden ist mitlerweile eine langwirige Aufgabe. Jeden Tag kommen ca 40.000 Internet Seite dazu, von den Bloggs gar nicht erst zu sprechen.
    Es erschreckt mich, wie wenig Menschen anscheinend noch ein Gefühl, zum wirklichen Gesellschaftlichen leben haben, was dann daran zu sehen ist, das weitere Verarmung als Chance für Unternehmen gesehen wird. Der Kunde spielt in der untersuchung schlicht schon keine Rolle mehr. Ich Frage mich, was der auftrag der Universitäten heute noch ist, wenn sie nicht in der Lage sind, eine mindestens zweiseitige Betrachtung von zusammenhangen zu erarbeiten und diese auch im Auftrag der Uni zu Posten. Auch der Begriff Sozial Media hat schlicht nichts darin zu suchen, da es schlicht nur noch um den Prozess der Kundengewinnung geht, wobei das heute immer mehr dazu führt, das es gar keinen Direkten Kontakt gibt.
    Grüße Kasriel

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  2. Vielen Dank für Ihr Statement. Vielleicht regt folgender Beitrag die Diskussion ja noch weiter an: http://ichsagmal.com/2012/04/05/mein-betonkopf-gehort-mir-umsonstkultur-piraten-verlegerinteressen-lobby/

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  3. Melissa Adolf schreibt:

    Aus dem Direktvertrieb weiß ich welcher hohe Stellenwert dem direkten Kundenkontakt immer noch beigemessen werden muss, dennoch bieten die sozialen Medien die Möglichkeit viele Kunden öfter und mit sehr aktuellen Informationen anzusprechen. Meiner Meinung nach ist es schlichtweg unmöglich das Internet / die soziale Medien (und deren rasante Entwicklung) entweder als Alleilmittel oder aber als Teufelswerk abzustempeln – auch hier ist die Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen sicherlich erfolgsentscheidend.

    Viele Grüße
    Melissa

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    • Heike Simmet schreibt:

      Die Berücksichtigung der Medienbedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen halte ich für sehr wichtig. Generell ist eine crossmediale Ansprache mit Schwerpunktsetzungen bei den gewählten Medien sinnvoll (vgl. z.B. http://wp.me/p12V3E-dN). Zudem ist die Branche ganz entscheidend. Die B2B-Branche verlangt völlig andere Medienkombinationen als die B2C-Branche. Entscheidend ist: In allen Altersgruppen steigt die Akzeptanz und Nutzungsintensität von Social Media. Zudem ist ein branchenübergreifender Trend erkennbar. Auch in der B2B-Branche holt man im Bereich der sozialen Netzwerke nun stark auf. Dies belegen immer mehr Studien.

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  4. Susanna Gebauer schreibt:

    Social Media und Internet einfach nur zu verdammen ist nicht zeitgemäß. Auch und gerade für kleine und mittlere Unternehmen öffnen sich mit Social Media neue Möglichkeiten.

    Allerdings finde ich es nach wie vor völlig unsinnig und absolut nicht zielführend, dass Unternehmen in Social Media gezwungen werden, ständig neuen Content zu produzieren, wenn der alte Content eigentlich für Geschäftspartner und potentielle Kunden durchaus noch interessant sein könnte – nur dummer Weise ist er im Nirwana des Social Media News Spam untergegangen.

    Social Media bietet grandiose Chancen – insbesondere für Unternehmen. Aber die Angebote sind nicht zeitgemäß und zielführend. Der Zwang nach ständig neuen Inhalten geht am eigentlichen Nutzenziel vorbei und ist nur den nicht optimalen Prozessen geschuldet, die“News“ in kurzer Zeit alt werden lassen. Wenn alle Unternehmen in Social Media immer nur noch mehr und noch mehr Content produzieren, ist der Anteil der wirklichen Informationen nur noch verschwindend gering, die Aufmerksamkeit lässt nach und letztlich werden die vielen Inhalte eh nur noch für die Tonne produziert – kein Unternehmer hat die Zeit, sich stundenlang durch ungewollte Inhalte zu kämpfen, nur um vielleicht den einen wichtigen Kommentar zu finden.

    Viele Grüße,
    Susanna

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    • Heike Simmet schreibt:

      Beim Content gilt immer mehr die Regel: Qualität zählt mehr als Quantität.

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    • Stefan Geidies schreibt:

      Ich stimme Frau Gebauer zu, dass die Hauptaufgabe der Unternehmen bei der Nutzung von Social Media Angeboten nicht sein kann, ständig eigenen neuen Content zu generieren oder zu aktualisieren. Dieser Ausschnitt aus den Ergebnissen der Studie von Frau Prof. Dr. Heike Simmet sagt ja im Kern etwas über die aktuelle Nutzung von Social Media im Unternehmen aus. Welche Schlüsse daraus gezogen werden können oder müssen, ist natürlich für „alle Beteiligten“ nur pauschal möglich.
      Will man das Ergebnis dieser Studie auf konkrete Projekte herunter brechen, muss man tiefer und vor allem individuell in das Thema einsteigen. Es gibt kein Patentrezept für die Nutzung von Social Media im Unternehmen. Ganz im Gegenteil, es gibt viele individuell zu klärende Fragen, einige rechtliche Hürden, die zu nehmen sind und viel konzeptionelle Arbeit vorab. Mit dem allgemeinen Druck auf die Unternehmen, doch nun endlich in die Nutzung von Social Media einzusteigen, wurde bei einigen Unternehmen, wie auch schon bei der Nutzung von Internetpräsenzen, eine Reflexreaktion ausgelöst, die zu Folge hat, dass die Qualität der Auftritte nicht den allgemeinen Ansprüchen genügt und in Folge die Ziele (falls überhaupt welche definiert wurden) nicht erreicht wurden. Man kann daher den Unternehmen, die aktuell mit dem Einstieg in dieses Thema konfrontiert sind, nur raten, professionelle Kompetenz hinzuzuziehen.
      Aber zurück zum ständig aktuellen Content. Welches mittelständige und regional ausgerichtete Unternehmen hat täglich neuen und interessanten Content zu bieten?
      Der Druck auf die Unternehmen durch die falsch verstandene Aktualisierungsnotwendigkeit resultiert in einem inflationären Gebrauch von Neuigkeiten. Kleinste Informationshäppchen werden zur hochaktuellen News aufgeblasen, um wieder einen neuen Beitrag produzieren zu können. Und dann sind wir auch in dem unternehmerischen Umfeld dort, wo bereits viele Private oder Prominente sind, wenn sie posten, mit welcher Käsesorte ihre Pizza belegt war.
      Auf Dauer wird sich unternehmerisch auch hier nur Qualität als Erfolgsgarant durchsetzen, und die beginnt mit einem entsprechenden Konzept „vor“ dem Einstieg in diese Medien.
      Social Media bietet viele Chancen für Unternehmen, aber auch viele Fallstricke. Die Themen sind komplex, die Arbeit mit den Medien ist nicht zwischen Tür und Angel abwickelbar und reduziert sich ganz sicher nicht auf ein paar gepostete News.

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  5. Pingback: plus-me.at GOOGLE | Wie recht doch die Frau Professor hat!

  6. Eugen Sauter schreibt:

    Ich möchte den Ausführungen von Frau Gebauer und Herrn Geidies im großen und ganzen zustimmen.
    Leider geht aus der Studie nicht hervor um welche Unternehmensbereiche es sich handelt, denn ich sehe das die Social Media Plattform für den Bereich Direktmarketing oder für das Personalwesen eine positive Bereicherung ist. Für den handwerklichen Unternehmer mit ca. 1 – 5 Beschäftige ist dieses Marketing Strategie sehr Aufwendig und noch dazu sehr Zeitraubend abgesehen von den Kosten (Personal, usw.) Was aber nicht heißen soll das der Kleinunternehmer diese Instrument nicht in geraumer Zeit einsetzten wird, nur die Zeit wählt er selbst die Revolution des Marketing in seinem Unternehmen zu beginnen.

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