Revolution im Marketing für kleine und mittelständische Unternehmen: Social – Local – Mobile als Erfolgsfaktor


Prof. Dr. Heike Simmet

Der digitale Dialog durch Social Media hat sich in den letzten Jahren  für immer mehr Unternehmen zum selbstverständlichen Kommunikationsstandard entwickelt. Zunehmend wird erkannt, dass es sich bei Social Media nicht lediglich um einen vorübergehenden Hype oder um einen neuen Kommunikationskanal handelt, der vorzugsweise für jüngere Zielgruppen interessant ist. Vielmehr kommt es zu einer tiefgreifenden Änderung der gesamten Kommunikationskultur, die sich auf alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt und mittlerweile fast sämtliche Altersgruppen durchdringt. Die stärksten Wachstumsraten im Social Media Bereich gehen zurzeit sogar von der Generation 50plus aus. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich auf den neuen digitalen Dialog in den sozialen Netzwerken jetzt einstellen und ihn in ihre Informations- und Kommunikationsprozesse integrieren.

Nur eine Minderheit von kleinen und mittelständischen Unternehmen nutzt jedoch die immensen Potenziale der sozialen Netzwerke bislang voll aus.  Dies sind die Ergebnisse der Studie „Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen„, die an der Hochschule Bremerhaven mit mehr als 500 kleinen und mittelständischen Unternehmen unterschiedlichster Branchen durchgeführt wurde. Es lässt sich hier ein deutlicher Nachholbedarf feststellen. Dies gilt vor allem auch für die neueren Entwicklungen, die am Grundgedanken der veränderten Kommunikationskultur ansetzen und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen völlig neue Perspektiven einer profitablen Geschäftstätigkeit bieten können.

Social Commerce als neue Form des Online-Geschäfts

Social Media dürfen nicht – wie es gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bislang noch überwiegend der Fall ist – lediglich als weiteres Instrument des Marketings und der Öffentlichkeitsarbeit angesehen werden. Der unaufhaltsame Trend der Nutzung von Social Media führt vielmehr dazu, dass eine neue Form des Online-Geschäfts in Form des Social Commerce entsteht. Im Mittelpunkt dieses Social Commerce steht die aktive Beteiligung der Kunden in einem online getriebenen Kaufentscheidungsprozess. Dieser Kaufentscheidungsprozess wird zunehmend durch den Aufbau persönlicher Beziehungen zu Anbietern und Marken geprägt. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Kommunikation der Kunden untereinander in den sozialen Netzwerken.

Mobile Commerce bald wichtiger als E-Commerce

Immer mehr Kunden nutzen das Internet und auch vor allem auch Social Media heute mobil per Smartphone oder Tablet. Bei den Verkaufszahlen mobiler Endgerät sind immense Wachstumsraten zu verzeichnen. Zudem hat sich auch die Usability der Endgeräte deutlich verbessert. Mobile Commerce avanciert damit zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Online-Geschäft.  Prognosen des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zufolge wird Mobile Commerce den E-Commerce Handel bereits im Jahr 2012 übertreffen. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich diesem Trend anpassen,  ihre Websites mobilfähig gestalten und zudem eigene Apps anbieten.

Location Based Services: Social Media wird lokal

Ein weiterer Trend liegt in der lokalen Verankerung der Social Media Aktivitäten. Während die Nutzung des Internets in vergangenen Zeiten vor allem global ausgerichtet war, ist heute eine lokale Einbindung der Nutzer durch die zunehmende Verbreitung von Location Based Services möglich. Die reale und unmittelbare Umgebung wird auf diese Weise in die digitale Welt übertragen. Unterstützend in der Informationsvermittlung wirkt die exponentielle Verbreitung der QR-Codes in der lokalen und regionalen Kommunikation, z.B. auf Flyern, an Schaufenstern, Visitenkarten oder Plakaten. Es wird kleinen und mittelständischen Unternehmen hierdurch auf relativ einfachem Weg ermöglicht, den Kunden zur richtigen Zeit und über den richtigen Kanal sowie am richtigen Ort mit einer als positiv empfundenen Botschaft anzusprechen. Statt einseitiger und störender Massen-Kommunikation kann ein als willkommen angesehener Kundenservice  über Kundenbedürfnisse geboten werden.

SoLoMo als neuer Basistrend

Die drei Entwicklungen Social – Local  – Mobile ergeben zusammen einen Basistrend, der als SoLoMo bezeichnet wird. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, die ja sehr häufig über einen lokalen bzw. regional geprägten Absatzraum verfügen, eröffnen sich durch diesen Basistrend vielfältige Möglichkeiten der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Eines der bekanntesten Beispiele für den überwältigenden Erfolg eines derartigen neuen Geschäftsmodells auf der Basis des SoLoMo Trends stellt die App myTaxi dar. Jedes fünfte Taxi in Deutschland nutzt inzwischen den innovativen Service des Hamburger Startup Unternehmens Intelligent Apps GmbH. Insgesamt nehmen bereits 15.000 Taxifahrer an dem System teil, das mittlerweile auch eine  Bezahlfunktion per Smartphone integriert hat.

 Weiterempfehlungspotenzial von Bewertungsdiensten

Eine weitere wichtige Rolle spielen die sich zunehmend durchsetzenden Bewertungsdienste. Während in der Anfangszeit vor allem Großunternehmen einer Bewertung durch Kunden unterzogen wurden, breitet sich die Grundidee der Einschätzung und Kommentierung von Unternehmen und Services mittlerweile immer mehr aus und macht auch vor lokal agierenden kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht halt. Für leistungsfähige lokal und regional agierende Anbieter bedeuten positive Bewertungen ein unermesslich starkes Weiterempfehlungspotenzial, das gezielt zum weiteren Ausbau des Social Commerce genutzt werden kann.

Traditionelle Stärken von KMU können voll ausgespielt werden

Erst durch eine verstärkte Verwendung lokaler Social Media Plattformen wie z.B. Google Maps, Google Places oder Foursquare und Bewertungsdienste wie Qype können kleine und mittelständische Unternehmen in Verbindung mit mobile Devices und Apps ihre traditionellen Stärken wie Kundennähe und  Serviceorientierung in Nischenpositionen auch in der virtuellen Welt voll ausspielen. In der heute zunehmend erweiterten Realität des Outernets, der so genannten Augmented Reality (AR), ist es für kleine und mittelständische Unternehmen daher möglich, eine Präsenz wie Großunternehmen aufzubauen. Diese Chance gilt es jetzt zu erkennen und als Erfolgsfaktor konsequent zu nutzen.

Im Sinne eines Dreiklangs von Social – Local – Mobile verstanden führt die Nutzung von Social Media zu einer Revolution des Marketings für kleine und mittelständische Unternehmen.

Mehr zum Thema Social Media Marketing auf http://www.facebook.com/HSMuM und zum Thema Social Media im Mittelstand auf http://www.facebook.com/ChangeManagementMittelstand

Bildnachweis: istockphoto

Über Heike Simmet

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