Blogs als Instrument der B2B-Kommunikation im Mittelstand


Prof. Dr. Heike Simmet

Der gezielte strategische Einsatz und die konsequente operative Nutzung der verschiedenen Social Media-Plattformen bieten im mittelständischen B2B viele Vorteile. Die Chancen der Erstellung von Social-Media Content durch ein eigenes Blog werden jedoch erst viel zu wenig genutzt. Warum eignen sich Blogs gerade für mittelständische B2B-Unternehmen? Welche Vorteile können mit einem eigenen Blog realisiert werden?

Bei einem Unternehmens-Blog handelt es sich um ein auf einer Website geführtes Journal, das von einem Unternehmen bzw. von Mitarbeitern zum Zwecke der Kommunikation über  relevante Themen aus dem Unternehmen bzw. dem Unternehmensumfeld eingesetzt wird. Bislang spielt diese Form der öffentlichen Kommunikation im Social Web für mittelständische Unternehmen erst eine untergeordnete Rolle. So werden Blogs nach den Ergebnissen der Bremerhavener Social Media KMU Studie erst von 21,4% der über 500 befragten Mittelstandsunternehmen in der unternehmensexternen Kommunikation eingesetzt.

Studie "Social Media als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen" Chart 3 (Prof. Dr. Heike Simmet)

Dabei bietet ein Blog in der unternehmensexternen B2B-Kommunikation gerade für den Mittelstand viele Vorteile:

1)    Ein Blog auf der eigenen Unternehmens-Website benötigt nicht notwendigerweise eine Präsenz in öffentlichen sozialen Netzwerken. Damit ist für B2B-Unternehmen ein erster Einstieg in die Welt von Social Media möglich, ohne dass eine Aktivität zum Beispiel im umstrittenen sozialen Netzwerk Facebook erforderlich ist.

2)    Blogs können in der Form und in der Sprache den Gepflogenheiten des Geschäftslebens gestaltet werden. Hierdurch lässt sich ein seriös wirkender und dem Image des Unternehmens entsprechender Kommunikationsauftritt auch in den sozialen Medien kreieren.

3)   Die Erstellung eines eigenen Blogs kann mit Hilfe von Open Source Software (vor allem WordPress und Blogger) erfolgen und ist daher kostengünstig. Zu beachten ist allerdings der nicht zu unterschätzende personelle, zeitliche und auch finanzielle Aufwand für die Erstellung des Contents.

4)    Durch eine multimediale Aufbereitung z.B. durch Graphiken, Bilder und Videos lassen sich die Leistungen gerade im B2B-Bereich deutlich einfacher als in den klassischen Printmedien visualisieren und transportieren. Die Verkaufsfähigkeit der eigenen Leistungen steigert sich immens.

5)    Hintergrundinformationen, technische Spezifikationen und weiterführende Verweise können in einem Blog deutlich zur Erklärung komplexer Sachverhalte im B2B-Geschäft beitragen. Kostenintensive Rückfragen zu Details erübrigen sich und der Außendienst kann entlastet werden.

6)    Eine Kommentarfunktion ermöglicht Mitarbeitern, Interessierten und Geschäftspartnern eine einfache Feedback-Möglichkeit. Hierdurch lässt sich ein erster Schritt in die zunehmend wichtiger werdende Many-to-Many-Kommunikation realisieren. Dies kann die Grundlage für die Bildung einer Community beispielsweise zum Zwecke des Crowdsourcings oder des Kundenservices bilden.

7)    Blogs wirken im Gegensatz zu den eher flüchtigen Medien wie Facebook und Twitter nachhaltig im Internet. Fundierte Informationen werden hier auch noch nach längerer Zeit von Kunden und Interessenten gefunden. Dies ist für die zum Teil recht langen Beschaffungszyklen im B2B-Geschäft von herausragender Bedeutung.

8)    Die fortlaufend erstellten Beiträge auf einem Blog fördern entscheidend das Suchmaschinen-Ranking. Die Website eines B2B-Unternehmens wird somit leichter  auf den ersten Plätzen in google gefunden. Und dies wird auch im B2B immer mehr erfolgsentscheidend.

9)    Ein integriertes Blog trägt wesentlich dazu bei, der Website eines B2B-Unternehmens ein modernes Gesicht zu verleihen. Denn die eigene Website sollte in der B2B-Kommunikation weiterhin im Mittelpunkt stehen und ist Dreh- und Angelpunkt auch der Social Media Aktivitäten. Durch ein Blog  wird eine B2B-Website deutlich aufgewertet.

10) B2B-Unternehmen steht ein breites Spektrum an inhaltlichen Schwerpunktsetzungen bei der Gestaltung eines Blogs zur Verfügung.  Vor allem Themenblogs, Foren-/Fachblogs sowie Corporate Blogs finden nach Untersuchungen der Agentur creative 360 mittlerweile eine breitere Verwendung. Im Trend liegen angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels auch Blogs zum Zwecke des Personalmarketings.

Beispiele für Blogs im Mittelstand

Best Practice Beispiele der Nutzung von Blogs in der B2B-Kommunikation finden sich bislang eher in den Großunternehmen und hier speziell im IT-Sektor. Aber auch im Mittelstand gibt es Vorbilder für den erfolgreichen Einsatz von Blogs. Schon klassische Erfolgsbeispiele im mittelständischen B2C sind die Frosta AG mit ihrem Frosta-Mitarbeiter-Blog oder das Saftblog von Walther. Im B2B-Mittelstand sind Best Practice-Cases noch seltener. Als Vorreiter im Maschinenbau  gelten das mittelständische Familienunternehmen Westaflex oder der mittelständische Getränkeabfüllanlagenhersteller Krones mit seinem Azubi-Blog.

Perspektiven der unternehmensexternen Kommunikation mit Blogs

Die Kommunikation auf sozialen Plattformen wird auch im B2B-Geschäft in Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist, dass Blogs die klassische persönliche bzw. mediale Kommunikation nicht ersetzen können und wollen. Vielmehr liegt die Zukunft in der crossmedialen Ansprache der Kunden, denn im B2B sind das Gespräch unter vier Augen und die Schaffung von Vertrauenspotenzialen über persönliche Beziehungen genauso wie die Online-Präsenz und der Auftritt in den Social Media unverzichtbar. Auch das Blog wird in Zukunft zu einem selbstverständlichen Element im Kommunikationsauftritt von B2B-Unternehmen avancieren.


Über Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Hochschule Bremerhaven https://plus.google.com/+HeikeSimmet
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5 Antworten zu Blogs als Instrument der B2B-Kommunikation im Mittelstand

  1. abendfarben schreibt:

    Reblogged this on Agentur Abendfarben and commented:
    Schöne Zusammenfassung. Ich rede mir auch den Mund fusselig. Wenn es ein Einzelkämpfer schafft, 20.000 Views auf den Hamburg-Blog zu bekommen – was erreicht dann erst ein Unternehmen 😉

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  2. Heike Simmet schreibt:

    Vielen Dank für Ihr Feedback! Nur die Zugangsregelungen müssen beim Hamburg-Blog wohl noch optimiert werden:)

    B2B-Unternehmen sind ja generell eher zurückhaltend in der externen Kommunikation. Zudem sind sie im Vergleich zu Unternehmen der B2C-Branche erst deutlich zeitverzögert in den Social Media aktiv geworden. Nun holen sie aber spürbar auf. Ein eigener Blog bietet hier eine gute Startposition.

    Ich sehe außerdem ein weiteres großes Potenzial von Blogs in der unternehmensinternen Kommunikation sowie im Einsatz von Themen-Blogs mit Marktpartnern im Zuge des generell deutlich ansteigenden Einsatzes sozialer Software. Doch das wird Thema eines eigenen Blog-Beitrages von mir werden…

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  3. inaferber schreibt:

    Liebe Frau Simmet, da haben Sie eine klasse Zusammenfassung aller wichtigen Social Media-Grundlagen für den Mittelstand.erstellt.Ich werde Ihren Beitrag sofort in meinem Netzwerk teilen.

    Liebe Grüße, Ina Ferber

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  4. Heike Simmet schreibt:

    Liebe Frau Ferber, das freut mich sehr. Ganz herzlichen Dank!

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  5. Ralf Müller schreibt:

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür. Ich werde ihre Seite weiterempfehlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Müller

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