Digitaler Dialog bei kleinen und mittelständischen Unternehmen


Prof. Dr. Heike Simmet

Welche Vorteile und Einsatzmöglichkeiten bietet der digitale Dialog für kleine und mittelständische Unternehmen? Wie intensiv nutzen kleine und mittelständische Unternehmen die Chancen von Social Media bereits? Was sind die Best Practice Beispiele aus unterschiedlichen Branchen? Wie lässt sich Social Media in kleinen und mittelständischen Unternehmen konkret umsetzen?

Diese Fragen beantwortet Prof. Dr. Heike Simmet in ihrem Beitrag „Digitaler Dialog bei kleinen und mittelständischen Unternehmen“ im gerade erschienenen Buch „Leitfaden Digitaler Dialog“: Professioneller Kundenkontakt mit Social Media, E-Mail und Mobile. 

Im Folgenden werden die Vorteile und noch vorhandene Hemmnisse eines digitalen Dialoges bei kleinen und mittelständischen Unternehmen skizziert.

In vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen werden die weitreichenden Chancen von Social Media bislang noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Dabei bieten der gezielte Einsatz von Social Media und die konsequente Nutzung der verschiedenen Social Media-Plattformen gerade für kleine und mittelständische Unternehmen viele Vorteile.

Hohe Reichweite bei kleinen Budgets durch virale Effekte

Durch virale Effekte ergibt sich die Möglichkeit, kostengünstig und verhältnismäßig einfach eine hohe Reichweite in der Marketing-Kommunikation zu erreichen. Mit kleinen Budgets lässt sich eine Online-Präsenz wie bei Großunternehmen aufbauen.

Erfolgreiche Expansion in Nischen

Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind besonders erfolgreich in Nischenpositionen. Durch die Nutzung von Social Media lässt sich die Reichweite dieser Nischen in einem erheblichen Ausmaß multiplizieren, denn gerade bei Special Interest Produkten und Leistungen können sehr einfach weitere Zielgruppen im nationalen wie auch im internationalen Kontext für bislang ausschließlich regional agierende Unternehmen erschlossen werden. Bekannt geworden ist dieses Phänomen als sogenannter Long-Tail-Effekt.

Erlangung von zusätzlichen Verkaufschancen

Dies bedeutet in der Konsequenz die Möglichkeit der Erlangung von Verkaufschancen, die sich sonst nur durch einen hohen Werbeaufwand realisieren lassen könnten. Gerade diesen hohen Werbeaufwand können kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund ihrer in der Regel sehr knapp bemessenen Budgets aber gar nicht finanzieren. Erschwerend kommt hinzu, dass klassische Werbung immer weniger Wirkung zeigt und vor allem bei der jüngeren Zielgruppe kaum noch Aufmerksamkeit erzielt.

Überzeugende multimediale Darstellung

Durch die in den sozialen Medien gegebene Medienvielfalt in Form der Verknüpfung von Text, Bild, Video und Sound lassen sich zudem die Leistungen vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen nachhaltig wirksam darstellen. Dies gilt insbesondere für den Dienstleistungsbereich. Hier können z.B. digitale Showrooms und in Zukunft auch Cyberrooms die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens plastisch kommunizieren. Die Auswahl eines Einzelhändlers, die Atmosphäre eines Restaurants oder die Schneidekunst eines Friseurs lassen sich beispielsweise durch YouTube-Videos wesentlich besser verdeutlichen als dies z.B. durch eine Print-Werbeanzeige möglich ist. Aber auch im Investitionsgütersektor können komplexe technische Spezifikationen durch eine multimediale Darstellung erheblich leichter transportiert werden.

Serviceorientierung als Stärke kann weiter ausgebaut werden

Kleine und mittelständische Unternehmen überzeugen sehr häufig durch ihre ausgeprägte Serviceorientierung. Diese Stärke kann durch Social Media weiter betont werden. Durch den unmittelbaren und schnellen Dialog über die sozialen Netze ist das Eingehen auf individuelle Kundenwünsche und -bedürfnisse viel einfacher als über die klassische persönliche bzw. mediale Kommunikation möglich. Entscheidend ist hierbei, dass Social Media die klassische persönliche bzw. mediale Kommunikation nicht ersetzen kann und will. Vielmehr liegt die Zukunft in der crossmedialen Ansprache der Kunden.

Was sind die Gründe für die Zurückhaltung vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Nutzung der neuen digitalen Dialogmöglichkeiten? Welche Hemmnisse gilt es abzubauen?

Unzureichendes Wissen bei KMU

Zum einen besteht ein unzureichendes Wissen über die Anwendungsmöglichkeiten sozialer Informations- und Kommunikationstechnologien. Zum anderen sehen gerade kleine und mittelständische Unternehmen angesichts der Vielfalt von Social Media-Plattformen den „Wald vor lauter Bäumen“ oftmals nicht.

Social Media ist nicht Facebook

Pauschaliert werden soziale Medien und soziale Netzwerke zudem gerne mit dem am weitesten verbreiteten Medium Facebook gleich gesetzt. Und dieses Instrument hat bekannterweise gerade unter Aspekten des Datenschutzes ein eher schlechtes Image bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation mit Geschäftspartnern über XING, die Kraft von Fotos auf Pinterest, die multimedialen Darstellungsoptionen in einem YouTube-Video oder die vertiefende Diskussion auf dem eigenen Blog werden weitaus weniger erkannt.

Man verlässt sich daher nach wie vor auf die klassische und vor allem sichere persönliche Kommunikation insbesondere im B2B-Sektor und setzt soziale Medien allenfalls als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung ein.

Fehlende Ressourcen und Misstrauen

Weitere Gründe für die Zurückhaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachen Social Media sind: Fehlende personelle und finanzielle Ressourcen und auch ein Misstrauen gegenüber einer allzu großen Öffnung nach außen.

Das häufig eher konservativ eingestellte Management in kleinen und mittelständischen Unternehmen sah den rasant verlaufenden Entwicklungen in Social Media demzufolge in der Anfangszeit tendenziell misstrauisch entgegen und unternahm daher nur vorsichtig erste Schritte einer Öffnung gegenüber Social Media.

Best Practice Lösungen aus unterschiedlichsten Branchen vorhanden

Ist die erste Hemmschwelle jedoch erst einmal überwunden, werden die neuen Dialogformen im Social Web sehr schnell und konsequent sowie erfolgreich eingesetzt. Dies verdeutlichen mittlerweile zahlreiche Best Practice Lösungen aus unterschiedlichsten Branchen.

PDF zum kompletten Beitrag Digitaler Dialog bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zum Download.

Mehr zum Buch „Leitfaden Digitaler Dialog“: Professioneller Kundenkontakt mit Social Media, E-Mail und Mobile

http://www.marketing-boerse.de/Info/details/Leitfaden-Digitaler-Dialog

Bildnachweis: istockphoto

Über Heike Simmet

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3 Antworten zu Digitaler Dialog bei kleinen und mittelständischen Unternehmen

  1. Pingback: Digitaler Dialog bei kleinen und mittelständischen Unternehmen « Unternehmenskultur 2.0

  2. Heike Simmet schreibt:

    Best Practice Beispiel Nachtrag zu meinem Beitrag: Ein sehr schönes Beispiel für eine doppelte Dialogkultur bietet die Rügenwalder Mühle: Über ein virales Video werden die Mitglieder für den Kundenbeirat angeworben. Siehe hierzu auch: http://www.marktundmittelstand.de/idee-des-tages/doppelte-dialogkultur/

    Gefällt mir

  3. Pingback: Über die unsichtbare Hand im Kundenservice – Vernetzte, schlaue und personalisierte Dienste im Social Web #bc | Ich sag mal

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