Context-Marketing als Service für den Kunden


Das Internet hat sich durch die zunehmende Verknüpfung der realen Welt mit der virtuellen Welt zu einem allgegenwärtigen Medium entwickelt. Hierbei zählt nicht mehr allein der Content, sondern in Zukunft vor allem der Kontext, in dem der Inhalt kommuniziert wird. Es ist bereits von einem Age of Context die Rede. Mehr denn je wird es darauf ankommen, dem Kunden für ihn bedeutungsvolle Informationen zu übermitteln.

Das heute etablierte Content-Marketing mit immer neuen Storys, Bildern, Videos, Charts und Whitepapern sowie sonstigen Inputs der Unternehmen führt bereits zu einer deutlichen Informationsüberlastung.  Hierdurch wird das durch die klassische Kommunikation bestehende Phänomen des Information Overloads weiter verstärkt.

Informationen als Service gefordert

Der Kunde fordert stattdessen mehr denn je die für ihn wirklich relevanten Informationen als Service. Dementsprechend akzeptiert er in Zukunft nur noch diejenigen Informationen, die für ihn auch eine Bedeutung haben und filtert alles andere bewusst oder unbewusst aus. Das  bislang dominierende Content-Marketing muss sich demzufolge zu einem Context-Marketing wandeln. Dieses Context-Marketing wird zu einen Service für den Kunden.

Das Context-Marketing entwickelt sich durch die zunehmende Reife neuer Technologien und Professionalisierung im Social Business. Als zentral lassen sich die Kernfaktoren Social, Local, Mobile  in Verbindung mit den neuen Sensoren, Big Data und intelligenten Apps herausstellen.

Komponenten im Context-Marketing

Komponenten im Context Marketing

Die zunehmend mobilen Aktivitäten von Menschen (Mobile) in den sozialen Netzwerken (Social) an unterschiedlichen Orten (Local) prägen heute das Internet der Menschen (Internet of People). In der Konsequenz entwickelte sich das Social-Local-Mobile Marketing (SoLoMo) von Unternehmen.

Zudem werden mit dem Internet der Dinge (Internet of Things) sich selbst steuernde Prozesse vorangetrieben. Sensoren und intelligente Apps ermöglichen eine kontextrelevante Erfassung und Verwertung von datengesteuerten Objekten durch Big Data und damit völlig neue Dimensionen der Erzeugung von Informationen, die vom Kunden als Service wahrgenommen werden.

Hinzu kommt eine wachsende Präsenz von Orten im Internet (Internet of Places). Denn während die Nutzung des Internets in vergangenen Zeiten vor allem global ausgerichtet war, erfolgt heute eine lokale Einbindung der Nutzer und seiner Geräte durch die zunehmende Verbreitung von Location Based Services.

Das Social Local Mobile Marketing entwickelt sich durch die Anreicherung mit sensorgestützten Daten auf der Grundlage von intelligenten Apps und Location Based Services zu einem Context-Marketing.

Es wird in der Konsequenz eine Kommunikation mit Metadaten realisierbar, die es den Unternehmen in Zukunft  ermöglicht, die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität den Nutzern zu übermitteln. Es können  sowohl Anwendungen als Nearfield Communication, also via RFID über kurze Entfernungen als auch direkt über die jeweiligen Geräte über Tags eingesetzt werden.

Vernetzte Service-Intelligenz als integraler Bestandteil unserer Arbeits- und Alltagswelt

Bislang funktioniert die Kommunikation mit Metadaten über kontextsensitive Apps vor allem in Verbindung mit Smartphones oder Tablets. Beispielhaft können Google Now, Aviate und Cover als erste Vorboten einer neuen App-Generation genannt werden. In Zukunft werden jedoch eine Vielzahl anderer Geräte, wie zum Beispiel Brillen oder Uhren eine derartige Kommunikation von Metadaten ermöglichen. Zu den Smartphones und Tablets gesellen sich dann zunehmend Wearable Devices.

Durch diese Wearable Devices können dem User in einer noch spezifischeren Form situationsbezogene Informationen als Service übermittelt werden. Die Träger für kontextrelevante Informationen als Dienstleistung für den Kunden werden somit immer vielfältiger. Vernetzte Service-Intelligenz durch Context-Marketing wird auf diesem Wege zu einem integralen Bestandteil unseres Arbeits- und Alltagslebens. Die neue Generation kontextsensitiver Apps wird über die bekannten kontextrelevanten Werbeschaltungen via Location Based Services weit hinausgehen und einen echten Nutzen für den Anwender erzeugen.

Sowohl Einzel-Anwendungen als auch Gruppenanwendungen als neuer Social Experience Service sind dabei möglich.

So werden dem Nutzer beispielsweise beim Homescreen Ersatz Aviate morgens individuell die Termine und Aufgaben des Tages, die bevorzugten News-Apps sowie Informationen zum Wetter präsentiert. Auf dem Weg zur Arbeit werden hingegen die Favoriten der Musik-App und Google Maps angeboten. Am Abend zeigt Aviate individuell relevante Geschäfte, Lokale oder Restaurants an. 

Als eine der ersten kontextsensitiven Apps für einen Social Experience Service kann beispielhaft mapp2you angeführt werden. Mit dieser App können sich Facebook-Freunde gegenseitig Insidertipps, Shoppingempfehlungen oder persönliche Nachrichten über außergewöhnliche Erlebnisse an verschiedenen Orten hinterlegen. Eine intelligente “Smart Instant Push Technologie” benachrichtigt den Nutzer mit einer Push-Nachricht, sobald eine relevante Empfehlung in der Nähe verfügbar ist. Als relevant gilt eine Empfehlung nur dann, wenn sie von den eigenen Freunden ausgeht und an dem Ort hinterlegt wurde, in dessen Nähe man sich der User gerade befindet.

Datability im Context-Marketing

Neue Geschäftsmodelle auf der Basis kontextsensitiver Services bergen immer auch die Herausforderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit den produzierten oder aus einem spezifischen Kontext ableitbaren Informationen mit sich. Denn das Context-Marketing bietet dem Kunden nicht nur mehr Service-Intelligenz. Es macht ihn zugleich durchschaubarer und berechenbarer. Eine angepasste Datability muss daher die Grundlage des Context-Marketings bilden.

Weiterführende Links:

Blaschke, Florian, Wie kontextsensitive Apps unseren Alltag automatisieren, in: http://t3n.de/magazin/kontextsensitive-apps-unseren-alltag-automatisieren-age-234155/

Kuhn, Daniel, Kontextsensitive Apps – Das Smartphone wird endlich intelligent, in:  http://www.netzpiloten.de/kontextsensitive-apps-das-smartphone-wird-endlich-intelligent/

Scoble, Robert; Israel, Shel, Age of Context: Mobile, Sensors, Data and the Future of Privacy, Patrick Brewster Press 2014.

Simmet, Heike, Internet der Dinge als neuer Treiber im Kundenservice, in: https://hsimmet.com/2013/12/02/internet-der-dinge-als-neuer-treiber-im-kundenservice/

Simmet, Heike, Kundenservice auf dem Weg in das Outernet: Willkommen in der Augmented Reality, in: https://hsimmet.com/2012/07/09/kundenservice-auf-dem-weg-in-das-outernet-willkommen-in-der-augmented-reality/

Simmet, Heike, Internet of Everything: Vernetzung von Menschen, Produkten und Orten, in: https://hsimmet.com/2013/09/14/internet-of-everything-virtuelle-vernetzung-von-menschen-produkten-und-orten/

 Autor: Prof. Dr. Heike Simmet

Über Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Hochschule Bremerhaven https://plus.google.com/+HeikeSimmet
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Eine Antwort zu Context-Marketing als Service für den Kunden

  1. janoskehl schreibt:

    Sehr interessanter Artikel. Was beim Lesen direkt auffällt und was mich eigentlich noch nie sonderlich gestört hat, ist die Anhäufung von englischen Phrasen, die auf Deutsch doch genauso verstanden werden. Das hier die reine englische Aussprache als Standard genutzt wird, finde ich wirklich schade. Anglizismen haben wir doch wirklich zuhauf.
    Ich habe mich mit der „Inhaltsvorgabe“ und der zunehmenden Personalisierung im Netz auch auf meinem Blog beschäftigt. ( http://couchnet.wordpress.com/2013/11/26/betreutes-internet-schon-wieder-curated/ ). Ich sehe das gerne etwas kritischer und versuche gerade das Problem der, nennen wir es mal „überpersonifizierung“ am Kragen zu packen und an den Pranger zu stellen. Jeder sollte wissen, wann er wo personalisiert und in eine Ecke gedrängt wird. Mehr dazu auf meinem Blog couchnet.eu

    Gefällt mir

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