Mit der Digitalisierung Schritt halten und der Zeitfalle entkommen


Die Digitalisierung schreitet mit zunehmender Geschwindigkeit voran. Mittlerweile kristallisieren sich dabei klare Zeitalter der Digitalisierung heraus. In immer kürzerer Folge verändern sich die dominierenden Themen dieser jeweiligen Zeitalter der Digitalisierung.

Zeitalter der Digitalisierung

Während das Zeitalter des Internet ab Mitte der 90er Jahre noch deutlich mehr als ein Jahrzehnt benötigte, um sich auf breiter Ebene durchzusetzen, eroberte die neue Welt der Social Media unsere Wirtschaft und Gesellschaft bereits erheblich schneller.

Social Media ist heute zum Standard in der Kommunikation avanciert. Selbst für kleine und mittelständische Unternehmen wird die Nutzung der Möglichkeiten des digitalen Dialogs zunehmend selbstverständlicher. Dennoch erfolgt die Umsetzung vielfach erst halbherzig.

Im jetzigen Zeitalter der Sharing Economy konnte ein neuer Megatrend der Digitalisierung vorhandene Geschäftsmodelle in einer nahezu rasanten Geschwindigkeit durch neue Geschäftsmodelle ersetzen.

Nicht nur in den besonders wachstumsstarken Bereichen des B2C Sharing – vor allem in Bezug auf Shared Mobility und Übernachtungen – haben sich die Prinzipien der Sharing Economy schnell etablieren können. Auch im B2B gewinnt das Teilen und Nutzen mehr und mehr an Bedeutung.

Doch Unternehmen müssen sich heute bereits auf die vernetzte Welt des Internet der Dinge einstellen. Immer mehr Gegenstände werden durch den Aufbau neuer digitaler Ökosysteme mittlerweile miteinander vernetzt.

M2M-Kommunikation verändert im Rahmen der Industrie 4.0 aber nicht nur die Produktion. Durch neue Konzepte wie z.B. das Smart Home oder das Connected Cars werden auch weite Teile unseres Alltags betroffen.

Und die neue Ära der Virtuellen Realität steht bereits unmittelbar vor der Tür. Denn die Technologie der virtuellen Realität entwächst spürbar den Kinderschuhen und läutet damit ein völlig neues und heute noch weitgehend unbekanntes Zeitalter der Digitalisierung ein.

Digitale Produkte und Services treffen dann auf einen Menschen, der in der digitalen Welt virtuell zu agieren lernt.

Sprünge zwischen den digitalen Zeitaltern sind gewagt

Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten. Denn der Sprung in ein übernächstes Zeitalter der Digitalisierung ist mehr als schwierig und gewagt. Erfahrungen mit vorgelagerten Entwicklungsstufen der Digitalisierung gelten als Voraussetzung für den nächsten Schritt.

Nicht wenige Unternehmen haben ihre Öffnung in Richtung Social Media noch nicht konsequent vollzogen. Damit fehlen aber die Voraussetzungen für eine Partizipation an den Wachstumsmärkten der Sharing Economy.

Denn Erfahrungen mit Social Media und die selbstverständliche Nutzung digitaler Plattformen und Marktplätze sind Bedingung für den Erfolg mit den neuen Geschäftsmodellen der Sharing Economy.

Die bereits erfolgte Umsetzung der Prinzipien der Sharing Economy bildet den Boden für den Aufbau neuer digitaler Ökosysteme im Zeitalter des Internet der Dinge. Die Akzeptanz eines selbstständigen Agierens von Gegenständen schafft wiederum die Grundlage für die Konzipierung von Anwendungen der virtuellen Realität.

Digitale Zeitfalle

Unternehmen sehen sich heute mit einer typischen Zeitfalle konfrontiert.

Einerseits wird aufgrund der Komplexität der digitalen Veränderungen mehr Zeit benötigt, um die Technologie, aber auch die Strukturen und Prozesse adäquat anpassen zu können.

Andererseits zwingt die Dynamik der digitalen Veränderungsprozesse zu einem immer schnelleren Handeln. Es verbleibt also ständig weniger Zeit.

Dieser Zeitfalle können Unternehmen nur dann entkommen, wenn sie sich bei den notwendigen Veränderungen deutlich agiler zeigen und schrittweise vorgehen anstatt eine umfassende Vorausplanung vorzunehmen. „Trial and Error“ statt Perfektion müssen als Prinzipien zugelassen werden.

Für die typische deutsche Gründlichkeit bleibt angesichts der Schnelligkeit der Veränderungen von Technologie und damit auch von Wettbewerb und Märkten zu wenig Zeit.

Weiterführende Links:

 Owyang, Jeremiah, The Collaborative Economy sets the stage for autonomous innovation, in: http://www.web-strategist.com/blog/2016/01/18/the-collaborative-economy-sets-the-stage-for-autonomous-innovation/

Simmet, Heike, Mittelstand: Auf der Digitalisierungswelle surfen, schwimmen oder untergehen, in: https://hsimmet.com/2014/07/06/mittelstand-auf-der-digitalisierungswelle-surfen-schwimmen-oder-untergehen/

Simmet, Heike, Marketing in der digitalen Transformation, in: https://hsimmet.com/2015/09/04/marketing-in-der-digitalen-transformation/

Schmidt, Holger, http://de.slideshare.net/HolgerSchmidt/kommunikation-40

Bildnachweis: Fotolia, istock

Über Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Hochschule Bremerhaven https://plus.google.com/+HeikeSimmet
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Digitalisierung abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Mit der Digitalisierung Schritt halten und der Zeitfalle entkommen

  1. www.dunkelweiss.ch schreibt:

    Gerade in der Schweiz tritt der Rückstand immer klarer zu Tage, dies haben die Basler Wirtschaftsprüfer Ernst & Young vor wenigen Tagen in einer Studie festgestellt. Anstelle von Perfektion wäre im Umfeld dieser raschen Veränderungen vielmehr Agilität und das Konzept von einem «Minimal Viable Product» gefragt. Wer keine Fehler machen will, der kann auch nichts ausprobieren. Hier muss gerade der Mittelstand ganz gründlich umdenken. Mehr dazu hier: http://www.dunkelweiss.ch/kmu-digitalisierung-der-rueckstand-waechst/

    Gefällt 1 Person

  2. Clemens Lotze schreibt:

    Das Problem ist die kompromisslose Notwendigkeit aber auch die nahezu unendlichen Chancen der Digitalisierung dem Mittelstand und Handwerk zu verdeutlichen. In vielen Regionen fehlt hierfür bei Presse, Politik und den zuständigen Organisationen ( z.B. Handwerkskammern, IHK, Verbänden) immer noch der notwendige Sachverstand und der Mut die erforderlichen Maßnahmen mit neuen Methoden selbst anzugehen.
    Bei den Medien würde ich es noch verstehen, dass sie keine Technologie anpreisen wollen, die ihnen selbst – wegen fehlenden Strategien – größte wirtschaftliche Probleme bereitet, wenn sie in der breiten Masse Anwendung finden würde. Wer sägt schon am Ast, auf dem er sitzt!
    Erfahrene Experten vor Ort, die seit Jahren das goldene Dreieck aus Zeit, Geld und Personal predigen, schaffen es nicht, zu verdeutlichen, dass es für viele Unternehmen „Fünf vor Zwölf“ ist, wenn sie noch aktiv am digitalen Prozess mitwirken wollen.
    Das größte Problem wird aber in der Zukunft dadurch entstehen, dass große und kleine Unternehmen in Europa (!), die sich mit viel Engagement, Herzblut und finanziellem Aufwand dieser digitalen Herausforderung erfolgreich gestellt haben, zu Recht dagegen wehren werden, wenn plötzlich öffentliche Fördergelder für strauchelnde Betriebe und Arbeitsplätze gefordert werden. Dies hat dann nichts mehr mit den Verlusten der Arbeitsplätze durch die Digitalisierung zu tun, sondern mit fehlenden Kompetenzen und unternehmerischen Leistungen der verantwortlichen Institutionen in der Vergangenheit!
    Nicht umsonst mahnt die Politik bereits heute ein verstärktes Engagement der Wirtschaft ein ( http://j.mp/20PujaY )
    Es wird spannend!!!

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Kommunikator 4.0? | Olaf Grewe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s