Digitale Kommunikation: Erfolgsformel „Social-Local-Mobile-Personal“ im Umbruch


SharePoint blue

Die digitale Kommunikation entwickelt sich mit einer wachsenden Dynamik weiter. Die Erfolgsformel mit „Social-Local-Mobile-Personal“ als Grundkomponenten der digitalen Kommunikation befindet sich erneut in einem Umbruch und muss daher neu angepasst werden.

Social Sharing als Grundprinzip

Social Sharing ist zum Grundprinzip der digitalen Kommunikation avanciert. In mittlerweile allen Altersklassen erwartet der Kunde (und auch der Mitarbeiter via Social Software Plattformen) heute ein Mindestmaß an Interaktivität und dies zunehmend in Echtzeit.

Social Sharing ist nicht mehr die Kür in der digitalen Kommunikation, sondern vielmehr auch im B2B und in kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Pflicht geworden.

Die Schwerpunkte des Social Sharing verlagern sich dabei jedoch immer stärker in Richtung „Dark Social“, d.h. die Inhalte werden nicht mehr öffentlich via Facebook oder Twitter, sondern direkt über Messenger wie WhatsApp bzw. ganz klassisch über E-Mail geteilt.

On-Site Shares, die dem Dark Social Kanal zugeordnet werden können, sind laut einer Studie von RadiumOne in den vergangenen zwei Jahren weltweit von 69 Prozent auf 84 Prozent im Jahre 2016 angestiegen.

Hinzu kommt die ansteigende Verbreitung von Snapchat. Dieser hippe Social Media Dienst ist mittlerweile nicht nur in der ganz jungen Generation verbreitet, sondern bereits im Mainstream angekommen.

Die öffentliche Kuration von Inhalten wird hingegen immer stärker von kommerziellen Business-Anwendungen wie z.B. Social Selling, Sponsored Links und Ads dominiert. Hinzu kommen die neuen Formen im Native Advertising.

Hieraus ergeben sich ernst zunehmende Konsequenzen für die digitale Kommunikation:

  • Zum einen lassen sich die eingesetzten Social Media Analytics Tools bei Dark Social Content bislang nur begrenzt nutzen.
  • Zum anderen ergeben sich Konsequenzen für das mittlerweile unverzichtbare Empfehlungsmarketing. Denn es handelt sich oftmals um besonderes wertvollen Content, der vorzugsweise als persönliche und vertrauliche Information weitergegeben wird.

Lokale Inhalte ergänzen den Global Content

Der Fokus der digitalen Kommunikation verlagert sich zudem immer stärker in den lokalen Bereich hinein.

Bereits in den Suchmaschinen werden lokalen Angeboten oberste Priorität eingeräumt und auch in den sozialen Medien spielen zum Beispiel die lokalen Check-ins und Empfehlungen im privaten wie auch im beruflichen Bereich eine zunehmend wichtiger werdende Rolle.

Für kleine und mittelständische Unternehmen resultiert aus dem Trend zur lokalen digitalen Kommunikation eine immense Ausweitung ihrer Möglichkeiten. Aber auch Großunternehmen und Medienhäuser nutzen gezielt den Trend der Lokalisierung im Internet.

In Zukunft wird das Glocal Marketing, d.h. die Verbindung von weltweit standardisierter Kommunikation mit ausgeprägten lokalen Inhalten an Bedeutung gewinnen. 

Aus mobile wird tragbar 

Die Mobilität des Internets ist selbstverständlich geworden. Smartphones und Tablets sind längst zum ständigen Begleiter des Menschen in seiner gesamten Lebens- und Arbeitswelt avanciert.

In der digitalen Kommunikation gilt daher für Unternehmen mittlerweile aller Branchen und Größen die Devise Mobile First.

Mit Wearable Devices wie den Smart Watches, den Smart Glasses oder der neuen Generation der Smart Clothes erfolgt jedoch schon bald ein erneutes Gamechanging im digitalen Marketing.

Aus dem mobilen Internet wird ein tragbares Internet. Ein Wearable Marketing entsteht.

Personalisierung als Megatrend

Das Smartphone und das Tablet avancieren immer mehr zum unverzichtbaren persönlichen Service-Assistenten des Menschen.

Denn die künstliche Intelligenz und ständig verbesserte Sprachassistenz z.B. durch Siri, Google oder Cortana verbessern die Suche des Menschen im Internet nach Informationen deutlich.

Je mehr Hintergrunddaten über die täglichen Aktivitäten von Menschen, Interessen, Terminen, Aufenthaltsorten und Prioritäten Devices digital verfügbar, ausgewertet und genutzt werden (Big Data), desto präziser können Informationen, Produktvorschläge und Dienstleistungen für spezielle Bedürfnisse des Kunden bereit gestellt werden.

Dies kann maßgeschneidert und in Kombination mit einem situationsabhängigen Echtzeit-Feedback erfolgen.

Immer wichtiger werden diejenigen Informationen, die in einer ganz spezifischen Situation für den Menschen von Bedeutung sind.

Personalisierte digitale Kommunikation ist daher zugleich ein wichtiges Element des neuen Context-Marketing als Weiterentwicklung des mittlerweile auf breiter Ebene etablierten Content-Marketing.

Zu berücksichtigen ist jedoch die fließende Grenze der willkommenen individuellen Information zu einem unerwünschten Stalking. Dies gilt vor allem für das aus Vertriebssicht äußerst effiziente Retargeting.

Zusammenspiel der Komponenten der digitalen Kommunikation

Social Sharing, Local Content, Mobility und Personal Assistance als Grundkomponenten der digitalen Kommunikation müssen in ein in sich konsistentes Konzept eingefügt werden.

Dieses digitale Kommunikationskonzept muss offen und flexibel anpassungsfähig für neue Nutzerpräferenzen und neue Technologien sein.

komponenten-der-digitalen-kommunikation1

Konsequenzen

Die Schnelligkeit der technologisch induzierten Veränderungen der digitalen Kommunikation in der Lebens- und Arbeitswelt des Menschen wird vielfach noch unterschätzt.

Die Allgegenwärtigkeit des Internet mit ihrem Dreiklang Internet of People, Internet of Places und Internet of Things nimmt jedoch mit einer unglaublichen Dynamik zu.

Unternehmen sind gefordert, ein ganzheitliches digitales Kommunikationskonzept zu konzipieren, das diesen dynamischen Entwicklungen der Digitalisierung Rechnung trägt.

Weiterführende Links:

Schüller, Anne M., Touch-Point-Sieg. Kommunikation in Zeiten der digitalen Kommunikation, Offenbach 2016.

Simmet, Heike, Marketing in der digitalen Transformation, in: https://hsimmet.com/2015/09/04/marketing-in-der-digitalen-transformation/

Simmet, Heike, Personalisierung in der digitalen Kommunikation: Willkommene Information oder Unerwünschtes Stalking, in: https://hsimmet.com/2015/01/27/personalisierung-in-der-digitalen-kommunikation-willkommene-information-oder-unerwunschtes-stalking/

Simmet, Heike, Personalisierung als neuer Erfolgsfaktor in der digitalen Kommunikation, in: https://hsimmet.com/2014/01/25/personalisierung-als-neuer-erfolgsfaktor-in-der-digitalen-kommunikation/

Bildnachweis: Fotolia

Über Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Hochschule Bremerhaven https://plus.google.com/+HeikeSimmet
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Digitalisierung, Internet abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Digitale Kommunikation: Erfolgsformel „Social-Local-Mobile-Personal“ im Umbruch

  1. Anne M. Schüller schreibt:

    Ganz herzlichen Dank für den Hinweis auf mein neues Buch.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s